Ich schaue auf die Uhr – 18:09 Uhr … Flashback! Vor genau 8 Wochen war der 2. September 2014 und ich saß im Duzis. Das ist diese süße Shishabar, in der ich einst (also vor einer gefühlten Ewigkeit) den ersten Hauch von meinem „neuen Leben“ gerochen hatte. Verrückt, denn zufälligerweise sitze genau jetzt erneut hier. Wieder mit türkischem Apfeltee, wieder mit einer herrlichen Traube-Minze Shisha. Entdecke ich hier etwa eine Gewohnheit?! Hmm … Mittlerweile ist nun die Bombe geplatzt, ich habe den Test bestanden und darf mich als Student der schönsten Uni, die ich je gesehen habe, schätzen. Doch ich möchte hier kein Tagebuch veröffentlichen, sondern viel lieber Texte schreiben, die euch auf eurem ganz persönlichen Weg unterstützen, weiterhelfen oder einfach nur erheitern.

Absoluten Wahnsinn finde ich ja, wie viel positive Rückmeldung ich bekommen habe. Vielen Dank dafür! Doch viel mehr haben mir die Lebensgeschichten gegeben, die ich während der Gespräche erfahren durfte! Ich habe wirklich lang gedacht, mit dieser Unsicherheit und Leere im Leben allein auf weiter Flur zu stehen. Aber denkste! Wie vielen anderen Freunden und Menschen in meinem Alter es doch genauso geht. Und aus diesem Grund widme ich den Artikel genau diesen Gedanken.

Das verrückte am eigenen Leben ist ja, dass die offensichtlichsten Dinge oft die am schwierigsten zu entdeckenden sind. Ja, was meint der Erfii damit schon wieder? Aus der dritten Person lässt sich super einfach sagen, worin ein Mensch ein Naturtalent ist. Du hörst ihm zu, wie er über dies oder das redet, hörst sofort heraus, was ihn antreibt, wo dieses Glänzen in den Augen zu sehen, der Mund zu einem sanften lächeln ansetzt und so langsam aber sicher eine Begeisterung beim Erzählen eintritt, die mich selbst jedes Mal aufs Neue beflügelt. Und er selbst checkt es einfach nicht. Für ihn ist es so normal, dass es ihm nicht einmal auffällt. Da rede ich auch aus eigener Erfahrung. Ich meine, mir taugt es mit Leuten zu reden, ihnen zuzuhören und genau diese Begeisterung aus Menschen zu kitzeln. Aber eh ich das mal entdeckt hatte, sind ziemlich genau 26 Jahre vergangen. Woran liegt diese Unfähigkeit, die eigene „Urstärke“ zu sehen?

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Ich kann als Antwort lediglich die eigene Begrenztheit nennen. Wir Menschen haben nur unseren eigenen Kopf. Dieser rattert ununterbrochen und bastelt sich aus unseren Erfahrungen die eigene Welt zusammen. Vollkommen wahllos möchte man meinen. Und doch nach einem bestimmten System. Wenn ich gut im Umgang mit Menschen bin, ist es normal für mich, andere Menschen einfach anzusprechen. Bin ich gut im Umgang mit Zahlen und quadriere 17-stellige Zahlen mit der Selbstverständlichkeit eines nach Körnern pickenden Huhns, ist das nichts Besonderes. Warum sollte mir das auch auffallen? Unser Hirn ist faul und funktioniert so, wie sich Wege im Neuschnee bilden. Irgendwann bist du einen Weg zum ersten mal gegangen und hast dir einen kleinen Trampelpfad gelegt. Beim zweiten Mal kanntest du den Weg bereits und gehst ihn wieder. Der Trampelpfad wird größer und irgendwann läufst du auf einem befestigten Weg, der für dich zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Dass nennt sich dann Routine.

Routinen könnt ihr euch recht einfach ins Bewusstsein rufen. Über welche Tätigkeiten denkt ihr nicht mehr bewusst nach? Gutes Beispiel: Der Arbeitsweg oder der Weg zum Supermarkt. Ihr könntet beim Laufen niemals so viel nachdenken, wenn ihr jeden Tag aufs Neue den richtigen Weg suchen müsstet. Euer Gehirn sagt sich – gut, ich kenne den Weg. Um solchen lächerlichen Bullshit mache ich mir jetzt keine Gedanken, sondern denke viel lieber an das nächste tolle Date, den nächsten Ausflug oder den nächsten Wellness-Urlaub … zumindest im Optimalfall. Oft ist es aber auch der Blick zur Uhr, der Stress mit den Liebsten, das schlechte Wetter, das Pickel unter dem Hühnerauge am linken großen Zeh oder wie hässlich ich mich im Vergleich zu meinen Mitmenschen doch finde. Doch das ist ein anderes Thema J Auf jeden Fall könnt ihr mir glauben, wie aufgeschmissen ich in Wien ohne Google Maps bin. Das geht einfach keinen Meter und ist noch dazu mega anstrengend! Da hat mein Hirn auf jedem Weg zu arbeiten, ist damit beschäftigt die richtige Haltestelle zu finden, die google Map im Kopf zu drehen und nebenbei noch den Trilliarden von Passanten auszuweichen. In solchen Momenten ist für innere Selbstgespräche einfach keine Zeit.

Ist euch klar, was ich meine? Da ich in meiner eigenen Welt „gefangen“ bin, wird mir aus meinem eigenen egoistischen Standpunkt meine Stärke niemals auffallen.

Neulich habe ich ein Buch angefangen, dass sich mit dieser Frage beschäftigt. Der Autor beschrieb die Suche nach der eigenen Stärke in etwa so: Frag dich, welche Fähigkeit dir im Leben niemals etwas bringen würde, weil es für dich so selbstverständlich wie laufen ist. So lässt sich ein erster Anhaltspunkt finden. Viel einfacher geht es meiner Meinung nach aber über die Mitmenschen.

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