Während meiner NLP Ausbildung 2015 verstand ich zum ersten Mal im Gesamten das Konzept der Gegensätzlichkeit oder auch Dualität. Damit einher gehen Bewusstsein und Fokus.

Da wo Licht ist, ist auch Schatten.

Oder besser:

Dort wo Schatten ist, muss auch Licht sein.

Persönlichkeitsentwicklung, der Mensch und Kommunikation haben mich schon immer interessiert. Nicht zuletzt, weil ich bis zum Ende meiner Teenager-Jahre nicht in der Lage war, wertschätzend zu kommunizieren.

Die höchste Priorität hatten diese Themen, weil ich familiär hochhaus überfordert war, mich viel zu häufig allein gefühlt habe und stets zwischen den Zwistigkeiten meiner Familie stand. Eltern reden über Großeltern, diese wieder über meine Eltern. Ich stand mit 15 zwischendrin und wusste nicht mehr, wem ich vertrauen kann.

Meine Lösung bestand für eine lange Zeit darin, einfach niemandem mehr zu vertrauen. So richtig glücklich war ich damit allerdings auch nicht.

Heute weiß ich, dass sowohl Eltern als auch Großeltern es nicht besser wussten. Sie taten eben, was sie gelernt hatten und waren selbst Menschen im Werden.

Als Kind verstand ich das natürlich nicht. Da waren es die Erwachsenen. Und die müssen es ja wissen.

All der Hick-Hack hatte natürlich fatale Auswirkungen auf meine persönlichen Beziehungen als Kind. Mit meinen gelernten Verhaltensweisen kam ich da nicht so wirklich an.

Ich war deswegen kein Einzelgänger, aber hatte wohl die perfekteste Maske, um mich selbst vor anderen zu schützen… Oder zu verbergen.

Nun heißt der Titel Schattenspiele – und bis Anfang 20 war ich das Licht in meinem persönlichen Schatten.

Ich schaute stets, warum die Dinge nicht so liefen, wie ich es gern hätte. Und darin wurde ich richtig gut. Sozusagen lernte ich im Schatten die Verhaltensweisen des Lichts:

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Empathie und Einfühlungsvermögen

Ich wusste nur noch nicht, wie ich die Werkzeuge konstruktiv nutzen konnte, da ich mein Umfeld nicht bewusst mit Menschen füllte, die ebenfalls eine positive Einstellung zum Leben hatten.

Das änderte sich zu Anfang meiner Zwanziger. Eigentlich durch ein Buch zum Frauen anmachen. Aber so geht es wohl den meisten Männern.

Da war von Manipulation die Rede, von Techniken um Interesse zu zeigen, um jemanden flachzulegen.

Was für ein Quatsch!

Aber hat mich dieses Thema auf meinen rechten Weg gebracht.

Ich lernte, dass ich mich zum Thema Kommunikation bilden konnte. Diese Vorstellung war für mich bis dahin undenkbar.

Man ist eben mit diesen Fähigkeiten geboren. Die einen besser, die anderen weniger. Pech gehabt, Christian.

Nein… Ab diesem Moment nicht mehr!

Und das war der Moment, an dem ich mich dem Licht zuwandte. Und merkte, wie viele meiner Fähigkeiten ich dort nutzen konnte.

Natürlich ging dieser Prozess nicht über Nacht. Auch nicht über ein Jahr. Viel zu viel emotionaler Schrott war da, den ich verarbeiten musste. Viel zu viele destruktive Erinnerungen über meine Kindheit und Jugend.

Hatte ich eine Sache auf die positive Bahn gebracht, kam die nächste. Ich fühlte mich wie im Schaufelrad. Und das Leben blieb deswegen nicht stehen. Uni und Arbeit wollten/mussten bedient werden und Energie hatte ich auch nicht unendlich.

Aber alles hatte seinen Sinn

Ich stieß Menschen ab, die mir nicht gut taten und lernte, meine Meinung zu sagen. Ich wusste nun, dass Beziehungen, die ich einging, aber nicht eingehen wollte, mir (und dem anderen) mehr Schmerz bereiteten, je länger sie gingen.

Also lieber respektvoll Abstand halten…

und mich auf die Menschen konzentrieren, die mir gut taten.

Und wieder waren mir die Erfahrungen, die ich im Schatten sammelte, ein weiser Lehrer.

So entdeckte ich, was Licht ist. Und wie es sich anfühlt.

Und ohne meinen Schatten – hätte ich nie gewusst, wie gut mir das tut, was mir gut tut.

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