Das Selbst ist der größtmöglich fassbare Begriff dessen, als was ein Mensch sich bezeichnet. Je nach eigenem Glauben über sich als Wesen wandelt sich der Begriff vom Selbst.

Für den ein oder anderen stellt sich jetzt vielleicht die Frage, was ein Artikel über eine so klare Sache überhaupt soll.

Wer bin ich selbst?!

Na ich – ist doch klar. Doch so einfach ist das leider gar nicht.

Das Selbst: Eine Frage der Perspektive

Wer bist du selbst?

Die Herausforderung, die sich bei der Beantwortung der Frage stellt, ist, dass wir sie nur mit einem Teil unseres Selbst beantworten können. Ganz konkret:

Wir benutzen zur Beantwortung unser Denken samt der Sprache.

Beides sind Werkzeuge, die wir zur Interaktion in unserem Leben haben.

Weiterhin sind beide Werkzeuge sehr gut geeignet, um mit anderen Menschen zu kommunizieren. Doch genauso sind beide Werkzeuge nur ein Teil der uns Verfügbaren.

Die emotionale Welt zum Beispiel ist ein anderes Werkzeug, das mit anderen Menschen nicht so einfach kommuniziert werden kann.

Um unsere Emotionen zu kommunizieren, verwenden wir ebenfalls oft Sprache. Damit kommunizieren wir Emotionen indirekt, da sie den Umweg über das Denken und die Sprache nehmen.

Durch jeden Umweg gehen Informationen verloren, sodass bei dem anderen nicht alles ankommt, was wir intendierten. Missverständnisse mit anderen Menschen sind logische Folgen davon.

Beschreibung verschiedener Anteile des Menschen

Doch nun zurück zur eigentlichen Frage. Wir wissen nun, dass wir mehr sind als unser Denken und unsere Sprache. Genauso wissen wir, dass diese beiden Werkzeuge die geeignetsten sind, um mit anderen auf einfache Weise zu kommunizieren.

Möchte ich nun beschreiben, wer ich selbst bin, dann versuche ich, mit einem Teil meiner selbst (dem Denken und der Sprache) eine Antwort für die Gesamtheit meines Wesens zu finden (wo bspw. die emotionale Welt mit einbezogen ist).

Eine exakte Lösung ist demnach unmöglich zu finden.

Wie auch in der persönlichen Philosophie müssen wir uns Konstrukten bedienen, die wir nicht mit Sicherheit bestimmen können.

Wir müssen also an etwas glauben, um uns möglichst umfänglich beschreiben zu können.

Was glaubst du, wer du bist?

Ab dem Moment, wo wir auf Glauben zurückgreifen, entfällt für uns die Möglichkeit einer eindeutigen Lösung.

An dieser Stelle wird klar, warum wir über uns etwas anderes denken, als das andere Menschen tun. Jeder greift auf Glaubenskonstrukte zurück und sieht so die Welt aus einer anderen Perspektive.

Für uns selbst bedeutet das zum einen, dass wir über Sprache und Denken niemals kommunizieren können, wer wir wirklich sind. Zum anderen bedeutet es, dass wir wählen können, welche Perspektive unserer selbst wir in unser Denken lassen.

Die Wahl der bevorzugten Perspektive ist die persönliche Philosophie.

Unterschied von Wissen und Glauben

Nochmal: Wer bist du selbst?

Dass es auf diese Frage keine eindeutige Antwort gibt, weißt du mittlerweile. Was aber nicht heißt, dass diese Frage für dich nicht beantwortbar ist. Nur mit deinem Denken und Sprache wirst du sie niemals finden.

Mit Sicherheit kommst du der Antwort ein Stück näher, wenn du Denken, Sprache und deine innere Wahrnehmung von dir nutzt.

Wie oft sind Menschen für Underdogs gehalten worden; für Menschen, die ihr Potenzial nicht leben und augenscheinlich vor sich hindümpeln. Bis …

… ja, bis sie die innere Vorstellung ihrer selbst in der Welt so umsetzen konnten, dass es auch andere Menschen wahrnehmen konnten.

Etwas, dass sie nie in Worte verpacken konnten, hat auf anderen Wegen das Licht der Welt erblickt. Sie haben andere Werkzeuge gefunden oder nutzen gelernt. Werkzeuge, die besser ausdrückten, was oder wer sie sind.

Beschäftigen mit dem Selbst

Was bist du alles?

Stell dir diese Frage und schreib dir auf, was dir alles einfällt. Die Bedeutung der Antworten ist für dich von existenzieller Bedeutung.

Alles, was wir mit „ich bin …“ assoziieren, stellt einen Teil unserer Existenz dar.

Bewusst oder unbewusst arbeiten wir hart daran, dass das, was wir sind, auch so bleibt. Sagst du also von dir selbst, „ich bin ein zufriedener Mensch“, hast du eine gute Grundlage. Sagst du von dir selbst „ich bin ein Looser“, dann ist das katastrophal.

An dieser Stelle will ich nicht zu tief in die Glaubenssatzarbeit einsteigen, aber eine gute Alternative ist, dich zu fragen, ob du etwas bist oder ob du etwas hast.

Es ist ein Unterschied, ob du schwerkrank bist oder eine schwere Krankheit hast. Etwas, dass du hast bzw. besitzt, kann kommen und gehen. Etwas, das du bist, ist Teil deiner selbst.

So, genug jetzt mit dem deepen Shit. Das Beschäftigen mit dem Selbst ist eine Meilenstein-Arbeit. Es gibt so viele verschiedene Bereiche. Um ein paar zu nennen:

  • Selbstbewusstsein
  • Selbstreflexion
  • Selbstwertgefühl
  • Selbstvertrauen
  • Selbstkonzept
  • Selbstwert
  • Selbstverwirklichung
  • Selbstfindung
  • Selbstwahrnehmung
  • Selbstsicherheit
  • Selbsterkenntnis
  • Selbsterfahrung
  • Selbstbeobachtung
  • Selbsteinschätzung
  • Selbstbild
  • Selbstbestimmung
  • Selbstachtung
  • Selbstregulation
  • Selbstgespräch

All diese Dinge haben einen Bezug zu dir. Sie stellen gewissermaßen verschiedene Teile eines Gesamten dar. Alle mit einem speziellen Fokus.

Sie dienen dazu, zu ergründen, wer du selbst bist.

Ein Bestreben meiner Arbeit ist es, dir ein konstruktives Selbstbild von dir zu geben, dass unabhängig von äußeren Einflüssen ist.

Du sollst glücklich sein können, egal wie es um dich herum aussieht.

So wie du deine Kleidung wäschst, ist auch eine innere Reinigung nötig. Dabei geht es nicht um abgespactes irgendwas, sondern beispielsweise darum, deine Gedanken bewusst wahrzunehmen und konstruktiv hinterfragen zu können. Sind die Sachen, die ich über mich oder etwas anderes denke, wirklich sinnvoll? Sind sie nützlich? Sind sie noch aktuell?

Das ist eine Form der inneren Selbstreinigung. So befreist du dich von alten, hinderlichen Denkweisen.

Wo ist das Ende?

Ganz einfach.

Es gibt keines.

Außer du ziehst eines.

Und dort, wo du das Ende ziehst, identifizierst du dich mit dir selbst. Ziehst du das Ende bei deinem Auto, bist du ein Autofahrer. Ziehst du das Ende bei dir als Teil der Welt, bist du ein Teil dieser Welt.

Wichtig ist, dass es für dich glaubhaft ist.

So verschiebt sich das Ende immer weiter, wenn du dich mit dir selbst beschäftigst.

Es ist ein bisschen wie das Wachstum in unserer Gesellschaft. Mehr Geld, mehr Besitz, mehr Einfluss. Nur dass das innere Wachstum keine Grenzen hat und fortgeschrittenere Stufen keine negativen Auswirkungen haben.

Genau betrachtet stellt das innere Wachstum ein Fundament für harmonisches Wachstum im Außen dar. So ist es auch eine Lösung für unsere vielfältigen globalen Probleme.

Mehr Fragen als Antworten

Dieser Artikel dient nicht dazu, dir jetzt alle Antworten bezüglich dir selbst zu geben. Ich wüsste überhaupt nicht, wie das gehen soll.

Vielmehr soll dir der Artikel ein Bewusstsein geben, wie schwammig dein Selbst eigentlich ist.

Es soll dir vermitteln, dass dein Selbst ein Konstrukt ist. Etwas, dass du dir selbst erschaffst. Und wie du das tust, ist dir selbst überlassen.

In unserer westlichen Gesellschaft gibt es keinen allgemeinen Pfad, der für die Entwicklung unseres Selbst zuständig ist. Die fortgeschrittenste Form des Selbst, die ich kenne, fußt auf spirituellen bzw. philosophischen Konstrukten. Und wie weit die Konstrukte hier auseinandergehen, wird jeder wissen, der sich schon ein wenig damit beschäftigt hat.

Vom absoluten Aberglaube bis hin zur mechanistischen Weltsicht ist alles vertreten.

So gilt es einen Leitfaden zu finden, mit dem du dich identifizieren kannst.

Einen Pfad, zu dem deine innere Stimme „Ja“ sagt und auch dein rational entwickeltes Denken zustimmt.

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Synonyme:
selbst