Persönliche Philosophie bezeichnet das Grundgerüst des eigenen Denkens. Ihr Ursprung liegt in einem Glauben über uns selbst. Die persönliche Philosophie besteht aus Werten, die wir für unser Leben festgelegt haben.

Na heut wird es witzig!

Wir beschäftigen uns mit der Frage, was das denn nun ist – diese persönliche Philosophie.

Philosophisch gesprochen wäre der erste Anknüpfungspunkt schon:

Es – das Wort Philosophie oder Sie – die Philosophie und deren Inhalt und Bedeutung?

Was ist Philosophie

Lässt sich Philosophie definieren?

Doch lassen wir diese strikte Vorgehensweise heute einfach außer Acht, denn auf diesem Wege lässt sich Philosophie nicht definieren.

Es wäre ein Versuch, bei dem sich die Katze in den Schwanz beißt, weil die Philosophie das Grundgerüst des Denkens bedeutet.

Denken, was im Kopf stattfindet; von uns bewusst durch Worte gesteuert wird; Wie sollte man das Grundgerüst des Denkens mithilfe von Denken in Worte fassen können?!

Der Versuch ist schon mit dem Beginn gescheitert.

Zeichnung, in der die Philosphie die Grundlage der Gedanken bildet.

Die Erklärung folgt auf den Fuß:

Mein Lieblingsbeispiel, um das zu verdeutlichen, ist, die eigene Hand vor Augen zu halten. Also wirklich jetzt.

Du schaust also auf deine Hand und der einzige Grund, warum du deine Hand erkennst ist der, dass du neben deiner Hand noch andere Dinge siehst.

Möglicherweise im Hintergrund den Bildschirm, auf dem du gerade liest.

Hand vor Bildschirm verdeutlich, wie Philosophie und Denken funktioniert.

Wäre deine Hand alles, was du sehen kannst – dann würdest du sie nicht mehr sehen.

So perfide das klingt, so wahr ist es auch. Denken funktioniert durch Trennen.

Wir definieren Sachen – also beschreiben sie, was immer eine Abgrenzung zu „Nicht der Sache“ enthält.

Wenn nun alles, was du siehst deine Hand wäre, wie könntest du sie noch beschreiben, also in Abgrenzung zu „Nicht deiner Hand“ definieren?

Hand im leeren Raum

Brauchen wir eine Definition überhaupt?

Die eigentliche Frage ist doch, was eine Definition überhaupt bringen würde.

Mal angenommen es gäbe die eine Philosophie. Wie bei einer Spielanleitung würden wir sie in allen möglichen Belangen um Rat fragen, bis wir sie auswendig kennen.

Und dann wird das Spiel langweilig.

Echt klasse!

Da kommst du auf die Welt mit deiner 25-Seiten Spiele-Anleitung, probierst dich die ersten Duzend Jahre aus und dann stehst du da, im Regen, mit einer Anleitung für ein Spiel, das du schon durchgespielt hast. Wie langweilig wäre denn bitte das?!

Ich rede an dieser Stelle noch nicht einmal vom freien Willen, den man mit einer auf alle Situationen zutreffenden Spieleanleitung nicht benötigte.

Aber der Sinn wird klar, warum Philosophie in seiner Gänze nicht definiert werden kann und es auch nie sein wird.

Genauso wird klar, warum es ein nicht erklärbares Konstrukt wie das der Philosophie überhaupt gibt.

Es muss einfach mindestens ein Konstrukt geben, das die Grenzen von rationalem Denken in Richtung Glauben öffnet.

Vom Wissen – dem absolut vorhersagbaren und immer wieder überprüfbaren – hin zu Idealen.

Hin zu dem, was sein kann und könnte, wenn …

Philosophie und Glauben

Ja, wenn… Wenn du an etwas glaubst.

Ich stehe hier nicht und schwinge ein Kirchenkreuz vor deiner Nase oder irgendein Symbol welcher Religion auch immer.

Denn was oder an was ein Mensch glaubt, ist seine eigene Entscheidung.

Die Religionen an sich sind auch nichts Anderes als Philosophien. Die Idee, dass alle Menschen den gleichen Rahmen an Philosophie haben, ist dann ja nicht mehr fern und mindestens genauso nachvollziehbar wie nützlich.

Nur das mit der freien Entscheidung für etwas haben wir bis jetzt noch nicht hingekriegt.

Im Moment ist ja der Glaube an die Wissenschaft ganz groß, doch das ist schon wieder ein anderes Thema. Lass uns zum Glaube und seiner Bedeutung zurückkehren.

Was hat Glaube in einer Philosophie zu tun?

Ganz einfach – er löst das Problem der unmöglichen Definition.

Wie oben beschrieben ist eine rationale, auf Logik basierende Philosophie uns Menschen per se nicht möglich.

Was wir aber tun können, ist etwas anzunehmen. Und ein Glaube ist eine Annahme.

Von dieser Annahme ausgehend kann sich jeder selbst logisch rational seine Philosophie aufbauen.

Die Annahme (der Glaube) wird mein Zentrum sein und von diesem ausgehend kann ich jede neue Situation, in die ich komme, lösen.

Mithilfe des Glaubens entwickle ich also meine eigene, nimmer endende Spielanleitung.

Glücklicherweise benötigen wir den Glauben an etwas sowieso, denn ohne Glauben an etwas stehen wir für nichts.

Diagramm, dass die Zusammenhänge der Philosophie mit dem Glaube aufzeigt.

Die eigene Philosophie entwickeln

Mit den beiden Erkenntnissen von oben – dass Philosophie die eigenen Lebensrichtlinien bildet und dass es keine Philosophie ohne Glauben gibt – haben wir alles zusammen, um unsere eigene Philosophie zu entwickeln.

Und das ist eine wichtige Sache.

Wenn nicht sogar die wichtigste Sache im Leben eines Menschen.

Schließlich bedeutet die persönliche Philosophie zu entwickeln, sich als ganzer Mensch vollumfänglich zu erfassen und Richtlinien zu entwerfen, die dieser Gänze entsprechen.

Ja, ich rede in Perfektion.

Und nein, das ist nicht möglich.

Aber so sollte zumindest die Richtung klarwerden, denn die eigene Philosophie bildet die Grundlage für viele kommenden Entscheidungen.

Was ich meine, drückt dieses schöne Zitat von Abraham Lincoln aus (auch wenn nicht sicher ist, ob er es wirklich gesagt hat):

Wenn ich acht Stunden Zeit hätte um einen Baum zu fällen, würde ich sechs Stunden die Axt schleifen.

Die persönliche Philosophie ist die Axt, die geschärft werden muss, sodass es anschließend ein messerscharfes Instrument für den Job ist.

Job lässt sich im Übrigen auch wörtlich nehmen, denn wofür arbeite ich überhaupt, wenn sich darin nicht die eigenen Ideale verwirklichen?

Und wie viele Menschen haben sich diese Freiheit noch nicht gegeben, Ideale für sich zu entwickeln…

Was macht eine gute Philosophie aus?

Ganz klar: Es ist Platz darin für alle Menschen.

Und die Dinge, an die du glaubst, werden minimiert bzw. durch logische Schlüsse ersetzt.

Inwieweit diese beiden Empfehlungen jetzt schon auf meiner eigenen Philosophie beruhen sei mal dahingestellt. Meine Philosophie basiert jedenfalls auf Liebe.

Liebe ist ein wunderbares Konstrukt, denn viele gute Dinge schlussfolgern aus ihr, die man alle sonst einfach als Glaube in eine Philosophie einbauen müsste.

Zum Beispiel: wir alle sind eins, jeder Mensch ist gut, jeder Mensch handelt so gut er kann, wir möchten alle geliebt werden, Unzufriedenheit entsteht aus mangelnder Liebe, und und und.

Diese Beispiele sind mir spontan eingefallen und sind bei weitem nicht vollständig.

Strategie zur Philosophie-Findung

Wenn du dich daran machst, deine eigene Philosophie zu entwickeln, dann plane Zeit ein.

Ich meine jetzt nicht, dass du dir die nächsten 2 Wochen frei nimmst und dann 8 Stunden am Tag Philosophie-Entwicklung betreibst. Das ist Bullshit!

Mit Zeit meine ich, lass deinem Kopf Zeit.

Gib Denkimpulse, schreib etwas auf, setz dich mit deiner Vergangenheit auseinander und dann lass der ganzen Entwicklung Zeit.

Ich fühle mich ehrlich gesagt nicht in der Lage, hier konkrete Zahlen zu nennen, da die Voraussetzungen bei jedem unterschiedlich sind.

Was ich meine, ist – stress dich nicht!

Wenn es eben ein Jahr dauert – cool! Und wenn es 5 Jahre dauert, auch cool!

Oh Gott, ist das lang?! Das denkst du jetzt vielleicht.

Das mag dir lang vorkommen, aber denk mal, wie lang du einen Nutzen davon hast.

Je präziser deine Philosophie ist, desto mehr stehst du für etwas und wirst von anderen so wahrgenommen.

Die Vorteile, die sich daraus im Laufe deines Lebens entwickeln, können so verwoben sein, dass du es überhaupt nicht überblicken kannst.

Und unabhängig vom Nutzen ist es persönliche Erfüllung, deine Philosophie zu kennen.

Wie kannst du beginnen, deine Philosophie zu entwickeln?

Schnapp dir ein Buch und schreib Erkenntnisse hinein.

Welcher Wert ist dein höchster?

Was siehst du im Leben als gegeben an?

Wofür stehst du?

Was macht dich glücklich?

Wie soll die Welt aussehen?

Was sind deine Lebensfragen?

Ich habe keinen 5 Punkte Plan zur Philosophie-Entwicklung.

Natürlich folgt alles einem Prozess und der zur Philosophie-Entwicklung lautet:

Sei dir bewusst, dass du sie entwickelst.

Alles andere würde dich schon eingrenzen.

In diesem Sinne – frohes Schaffen!

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