Die Selbstfindungsphase ist eine Zeit, wo ein Mensch kein Ziel vor Augen hat, da sein Weltbild zerstört ist. Sie hat 3 Teile und ist Teil der Selbstfindung.

An sich ist das Konzept der Selbstfindung mit einer Selbstfindungsphase etwas ziemlich Abstraktes. Als würden wir einen Schalter umlegen und uns in den Raum der Selbstfindung begeben.

Alles, was dort passiert nennt sich dann wohl Selbstfindungsphase. Und anschließend legen wir den Schalter wieder um, verlassen den Raum der Selbstfindung und alles ist wieder in Butter.

Also bitte!

Dein Denken dreht sich um dich

Wenn du diesen Artikel liest, machst du dir wahrscheinlich derzeit viele Gedanken über dich selbst. Über dich, deine Identität und was dein Platz in der Welt ist.

„Wer bin ich?“

„Was soll ich aus meinem Leben machen?“

„Was ist meine Aufgabe?“

Oder die Frage, ob du überhaupt eine Aufgabe hast, sind Gedanken, die dir bekannt sein werden.

Allgemein könnte man sagen, dass dein Bewusstsein derzeit stark auf dich selbst fixiert ist und du mit deiner Identitätsfindung beschäftigt bist.

Wie die Selbstfindungsphase zustande kommt

Lass uns ein paar Grafiken zu Hilfe nehmen, um dir ein nützliches Konzept der Selbstfindungsphase an die Hand zu geben. Egal wie bewusst oder unbewusst, hast du dir eine persönliche Philosophie zurechtgelegt, in der bestimmte Dinge möglich sind und andere unmöglich.

Hier bewegen wir uns im Bereich der Glaubenssätze und persönlichen Werte, die für das Thema durchaus wichtig sind, aber in anderen Artikeln beleuchtet werden.

 

vor der Selbstfindungsphase

 

Was jedoch bleibt, ist, dass du diese Phase der Orientierungslosigkeit hast nicht kommen sehen. Alles lief wie immer, in seinen ganz normalen Bahnen. Und dann auf einmal …

Ja, was eigentlich?! Keine Ahnung!

Es ist hierbei vollkommen egal, in welchem Alter du dich befindest. Das Alter ist nur ein Indikator dafür, in welcher Form sich deine Selbstfindungsphase äußert.

So reicht die Spannweite der Selbstfindungsphase von der Pubertät über die 20er und 30er bis weit hin nach der Midlife-Crisis.

Ausbruch der Selbstfindungsphase

 

Selbstfindungphase beginnt

Solange in deinem Alltag keine Dinge passieren, die deine Philosophie sprengen, ist alles gut. Doch was bedeutet Philosophie sprengen genau?

Je nach Alter kann das ganz unterschiedliche Bedeutungen haben:

  • Du bemerkst das erste Mal, dass du anders als deine Umgebung bist
  • Der erste Partner deines Lebens verlässt dich
  • weg von der Schule – Was mache ich aus meinem Leben?
  • Stagnation im Job/Perspektivlosigkeit im oder nach dem Studium  – und was nun?
  • Selbstfindung mit 30: Will ich dieses Leben wirklich für den Rest meines (Erwachsenen-) Lebens führen?
  • Midlife-Crisis: Ich will mein früheres Leben zurück
  • Der Tod rückt näher – wie verbringe ich die letzten Jahre?

Nicht so recht in diese Liste passen schwere Schicksals-Schläge oder körperliche Veränderungen. Die sind vom Alter vollkommen unabhängig, aber nicht minder wichtig in diesem Zusammenhang.

Allgemein gesagt: Wenn du in deinem Leben auf einmal mit einer Situation konfrontiert bist, die du für unmöglich gehalten hast, dann ist deine Philosophie gesprengt.

Das heutige Problem mit der Selbstfindung

Das Konzept deines Lebens wurde vom Sturm des Lebens persönlich gnadenlos umgemäht. Für den ersten Moment eine nicht so schöne Erfahrung.

An dieser Stelle musst dich erst einmal wieder ordnen – das Leben überdenken, dem Erlebten einen Sinn geben und es in deine Alltagsphilosophie einbauen. Doch das kann natürlich dauern.

Das Problem ist nicht die Selbstfindungsphase: Das Problem ist die Erwartung, dauerhaft mit Höchstleistung funktionieren zu müssen.

Wir kommen hier an ein Problem, an dem Gesellschaft, deren Erwartung und unser menschliches Wesen miteinander kollidieren. Natürlich kann man die Selbstfindungsphase als eine halbe Krankheit abtun, die therapiert werden muss… Was mir auch einfällt, das Leben zu überdenken?!

Natürlich ist diese Frage in Ironie geschrieben. Und natürlich ist mein Ansatz, das Leben so anzunehmen, wie es ist. Voll und ganz!

Gerade dann, wenn es schwer ist! Du wärst nicht der erste Mensch, der diese Gedanken unterdrückt und sich wundert, warum sie Jahre später erneut hochkommen. Ich bezeichne die Midlife-Crisis beispielsweise gern als die ungelösten Probleme der Zwanziger. Das ist natürlich genauso wenig wissenschaftlich bewiesen wie die Midlife-Crisis selbst, deutet aber einen entscheidenden Punkt an:

Selbstfindung ist ein natürlicher Prozess

Du kannst die Phase nicht beiseiteschieben. Du kannst sie nicht wegtherapieren oder medikamentös überspringen. Warum solltest du auch?!

Der einzige Grund, das zu tun, wäre, nicht bei dir sein zu wollen. Nicht dein Leben leben zu wollen. Und wozu sollte das gut sein?

Ich spiele hier bewusst auf den Stress an, der während einer Selbstfindungsphase erzeugt wird. Schließlich kommst du zu nichts mehr. Schule, Uni, Arbeit oder Selbständigkeit – alles bleibt liegen. Und mit jedem Tag, wo du nichts gebacken bekommst, steigt der Stress: „Wie soll ich denn morgen oder in 2 Monaten noch überleben, wenn…“

Jaja… kennen wir alle. Existenzängste. Und innerhalb eines Posts kann ich die dir nicht nehmen. Als meine Aufgabe sehe ich, dir deine Wahrheit vor Augen zu halten. Entscheiden musst du selbst und ich kann mich natürlich täuschen. Aber wenn mich nicht alles täuscht, ist das Schlimmste an deiner Selbstfindungsphase der Stress, den du dir machst, weil du dir selbst nicht Priorität Nummer 1 bist. Denn die hat Schule, Arbeit oder etwas Vergleichbares. Selbst die Familie kann diesen Posten einnehmen.

Bleib an deiner Aufgabe!

Der Prozess, der dir während dieser Phase zur Aufgabe gemacht ist, handelt davon, dich selbst so anzunehmen, wie du dich gerade wahrnimmst. Und damit geht einher, dich auf Position 1 zu setzen.

Hier fangen dann natürlich weitere Entwicklungen an, denn ein Mensch, der nur an sich denkt, ist einfach ekelhaft. Doch auch diese Dinge wirst du mit Sicherheit meistern.

Jetzt – in der Phase der Orientierungslosigkeit – kannst du dir am meisten helfen, indem du anerkennst, dass andere Menschen exakt die gleichen Erfahrungen in ihrem Leben durchgemacht haben, mit dir durchmachen oder zukünftig erleben werden.

Es ist weder schlimm noch krank. Sondern ein Zeichen deiner vor allem geistigen und seelischen Reife, die du mit dem Rest deines Wesens in Einklang bringen willst.

Die Intensität mag heute durch den Stress unserer modernen Welt größer sein als früher, doch sind wir Menschen ein Beispiel dafür, in eben solche schwierigen Situationen über uns hinaus zu wachsen. Such dir doch ein Vorbild, dass dich in schwierigen Zeiten ermutigt.

Du verdienst nichts als meinen größten Respekt, wenn du dich dir selbst stellst! Zwei Dinge sind sicher:

  1. Es ist der härteste Kampf deines Lebens, weil er gegen dich selbst geht
  2. Du kannst ihn nur gewinnen

Der von mir geschätzte Tony Robbins sagt passend zu diesem Thema:

Die meisten Menschen haben nicht die Eier, schwere Entscheidungen zu treffen, weil sie lieber richtige Entscheidungen treffen. Doch auch das ist eine Entscheidung.

Und den Verfasser dieses Sprichwortes konnte ich selbst mit google nicht mehr auffindig machen. Sinngemäß:

Ich vertraue lieber einem Mann, der den Kampf gegen sich selbst gewonnen hat als einem Mann der den Kampf gegen 1.000 Armeen gewonnen hat.

Lass mich noch diese Worte sagen: Manchmal braucht es einfach nur Zeit. Du kannst tun, was du willst – nur die Zeit vermag die Situation zu verändern. Doch auch das Gegenteil kann der Fall sein: Nur durch dein aktives Tun kommst du weiter. Spür in dich hinein, welche Antwort auf dich besser wirkt.

Das Ende der Selbstfindungsphase

 

Selbstfindungsphase beendet

Jeder Kampf geht irgendwann zu Ende. Und wenn du deinen Kampf offen und ehrlich geführt hast, bist du deinem wahren Selbst nun ein gutes Stück nähergekommen. Es ist wahrscheinlich das schönste Gefühl der Welt, sich mit dem Leben verbunden zu fühlen.

Und zu wissen wer du bist, gibt dir dieses Gefühl in einem angenehmen Maß auf Dauer. Nichts Ekstatisches, wie wir es in unserer mit Reizen bombardierten Welt gewohnt sind.

Vielmehr durch innere Ruhe, wissend, wer du bist. Das ist der Preis, den du verdientermaßen nach deiner Selbstfindungsphase mit dir herumträgst.

Zu Beginn des Artikels habe ich mich darüber aufgeregt, dass wir so tun, als würden wir uns hier nur kurz her bewegen, eine To-Do-Liste abarbeiten und dann geht es weiter im Alltags-Trott. Wie du nun verstehen wirst, ist dem so nicht.

Vielmehr geht es darum, das Konzept der Selbstfindung in das persönliche Leben einzufügen.

Denn Selbstfindung heißt über dich hinaus zu wachsen und das wiederum macht ein erfülltes Leben erst aus.

Auf diese Weise gehen die Selbstfindung und die Selbstverwirklichung Hand in Hand einher.

George Bernard Shaw drückt das zum Abschluss passend aus:

Das Ziel im Leben ist nicht dich selbst zu finden. Es geht darum dich selbst zu erschaffen.

Titelfoto von Elijah Hiett

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Synonyme:
Findungsphase